Nicht nur, wie die Bewerbung formuliert ist, sondern auch wann sie abgeschickt wird, kann entscheidend sein bei der Jobsuche. Wann die besten Monate für eine erfolgreiche Bewerbung sind und welche Fehler Sie vermeiden sollten.

Derzeit herrscht auf dem Arbeitsmarkt die typische Sommerflaute: Wechsel zwischen Schule und Ausbildung und Ausbildung und Anstellung stehen an. Doch auch wenn die Sommerflaute in diesem Jahr weniger stark ausfiel als in anderen Jahren zuvor – nach den neuesten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit sind etwa 100.000 Menschen weniger arbeitslos als zur gleichen Zeit 2015 – ist der Sommer keine gute Zeit zur Jobsuche .
Von November bis Februar könnte eine Bewerbung um bis zu sechsmal vielversprechender sein als in den Sommermonaten Juli bis September, hat das Stellensuchportal Joblift nun berechnet. Dazu haben sich die Mitarbeiter die Entwicklung des Stellenmarkts über den gesamten Jahresverlauf angeschaut und die ausgeschriebenen Jobs mit dem Suchvolumen – also der Nachfrage – der eigenen Website verglichen.
Wann soll ich mich bewerben?
Als besten Monat für eine Bewerbung ermittelte Joblift den Februar . Dann standen die wenigsten Jobsucher in Konkurrenz um eine große Anzahl von freien Stellen. Auf den Februar folgen November und Januar. Juni und Juli sind demnach die Monate, in denen eine Bewerbung am wenigsten Erfolgsaussichten hat: dann gibt es wenige Stellen und vergleichsweise viele Bewerber.
Nachdem der richtige Zeitpunkt für die Bewerbung gewählt ist, gilt es auch keine Fehler beim Formulieren und Gestalten des Bewerbungsschreibens zu machen. Denn für das Bewerbungsanschreiben gibt es keine zweite Chance.
Die Grundsätze einer guten Bewerbung
Grundsätzlich ist jeder bei der Bewerbung an gewisse Regeln gebunden, weil diese aus bestimmten Teilen bestehen muss.
Dazu gehören:
- Anschreiben
- Motivationsschreiben (wird nicht immer gefordert)
- Lebenslauf
- Zeugnisse
- Nachweise für Praktika, etc.
- Empfehlungsschreiben
- Vollständigkeit
- Ordnung
- Übersichtlichkeit
- Sauberkeit
Die zehn größten Fehler beim Bewerbungssschreiben
Dies sind die zehn größten Fehler beim Bewerbungssschreiben. Ein Muster-Anschreiben zum Downloa d finden Sie am Ende des Textes.
1. Langeweile schon im ersten Satz
"Hiermit möchte ich mich für eine Ausbildung als…" – gähn, diesen Beginn liest der Chef vermutlich gerade zum fünften Mal. Also geben Sie sich Mühe mit dem ersten Satz, damit den Rest des Anschreibens überhaupt noch jemand liest. Schreiben Sie zum Beispiel, warum Sie die Ausbildung oder die Anstellung gerade bei diesem Betrieb interessant finden.
2. Massenproduktion von Bewerbungsschreiben
Jeder Handwerksbetrieb ist anders. Selbst wer in der Schule oder in einem Coaching beim Arbeitsamt schon das "perfekte" Anschreiben für deinen Ausbildungsberuf formuliert hat, sollte es nicht einfach an alle Betriebe in deiner Nähe schicken. Machen Sie sich die Mühe im Internet oder über Bekannte etwas über das Unternehmen zu erfahren. Wenn Sie schreiben, was Ihnen an dem jeweiligen Betrieb besonders gefällt, erhöhen sich die Chancen auf ein Vorstellungsgespräch.
3. Inhaltsleere Anschreiben
Das Anschreiben ist kein Begleitbrief zur Bewerbung, sondern es soll dem Chef die wichtigsten Gründe nennen, um Sie einzustellen. Es können sich Informationen mit dem Lebenslauf überschneiden – zum Beispiel wo bereits ein Praktikum absolviert wurde oder die letzte Anstellung war. Dabei gibt das Anschreiben die Möglichkeit dem Chef zu begründen, warum man selbst genau zum Betrieb passt.
4. Falsche Anrede
Manchmal steht in der Stellenanzeige oder auf der Internetseite kein Ansprechpartner für die Bewerbung. Schreiben Sie dann nicht einfach nur "Sehr geehrte Damen und Herren", sondern rufen Sie besser kurz bei dem Betrieb an und erkundign sich, wer die Bewerbungen bekommt. Lassen Sie sich den Namen ruhig buchstabieren, wenn Sie sich mit der Schreibweise unsicher sind. Sie können dann auch direkt nachfragen, ob das Unternehmen die Bewerbung lieber per E-Mail oder in einem Brief bekommen möchte.
5. Allgemeingültige Behauptungen
"Ich bin teamfähig, zuverlässig und handwerklich geschickt." Sätze wie diesen, würde jeder Bewerber über sich sagen. Aber der Chef hat keinen Anlass das auch zu glauben. Schreiben Sie besser ein Beispiel zum einen Erfolg, den Sie beruflich bereits erzielt haben: ein besonderes Werkstück erstellt, ein Projekt geleitet, Erfahrung im Ausland etc.
6. Komplizierter Schreibstil
Versuchen Sie n icht besonders komplizierte Sätze zu schreiben oder Fremdwörter zu benutzen. Einfache und kurze Sätze bringen besser rüber, was Sie sagen möchten. Am besten man lässt das Anschreiben, von einer anderen Person vor dem Abschicken nochmals lesen.
7. Gelaber
Viel Text ist kein Zeichen von Fleiß. Sie müssen die Seite nicht voll schreiben, sondern drei Abschnitte mit drei bis vier Sätzen reichen völlig aus. Denken Sie drüber nach, was Sie über Ihr Können, die Ausbildung und die aktuellen Aktivitäten schreiben können. Ordnen Sie Ihre Stichpunkte, bevor Sie anfängen zu schreiben.
8. Rechtschreibfehler im Anschreiben
Tippfehler zeigen dem Chef, dass Sie nicht sorgfältig arbeiten. Benutzen Sie zuerst die Rechtschreibkorrektur von einem Textverarbeitungsprogramm. Danach sollten Sie den Text ausdrucken und selbst in Ruhe noch mal durchlesen: Stimmt die Schreibweise der Wörter? Sind die Kommas richtig gesetzt? Gibt es Grammatikfehler? Lassen Sie den Text anschließend noch von einer weiteren Person Korrektur lesen.
9. Schlussformel
Überlegen Sie sich einen angenehmen letzten Satz. Dieser sollte weder unterwürfig noch fordernd sein. Schreiben Sie zum Beispiel, dass Sie sich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freuen würden.
10. Unvollständigkeit
Vergessen Sie nicht das Anschreiben zu unterschreiben. Überprüfen Sie nochmals, ob die Kontaktdaten und die Adresse und Ansprache des Unternehmens korrekt sind. Dann müssen Sie noch alle nötigen Unterlagen hinter das Anschreiben einheften: den Lebenslauf, das letzte Zeugnis, Praktikumsbescheinigungen, eventuell sonstige Qualifikationsnachweise. dhz
Mit einer ausgefallenen Bewerbung Aufmerksamkeit erregen
In kreativen Branchen sind oftmals Arbeitsproben erwünscht, damit sich der Personaler oder Geschäftsführer ein Bild von den Fähigkeiten des Bewerbers machen kann. So kann ein Goldschmied Fotos von bereits gefertigten Schmuckstücken oder von seinem Gesellenstück mitschicken. Ebenso kann beispielsweise ein Schreiner seine Arbeiten fotografieren und diese beilegen. Dabei besteht die Möglichkeit, seine Kreativität perfekt unter Beweis zu stellen, indem neue Arbeitsproben erstellt werden, die speziell auf das Unternehmen und/oder die Stellenausschreiben ausgerichtet sind.
Um diese ansprechend und kreativ zu präsentieren, können außerdem Programme genutzt werden, die dadurch demonstrieren, dass man bestimmte Zusatzqualifikationen besitzt. Mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogramms könnten Collagen erstellt oder die Fotos in einem bestimmten Stil (z.B. Sofortbild) gestaltet werden. Powerpoint hilft anschließend dabei, Lebenslauf, Qualifikationen und weitere Bestandteile der Bewerbung übersichtlich und kreativ darzustellen.
Ideen für kreative Bewerbungen
Social Media
Die meisten Profile auf sozialen Netzwerken sind eher ungeeignet, um sich in beruflicher Hinsicht zu präsentieren, weil sie zu viele private Einblicke gewähren. Wer sich für einen neuen Job auf Facebook und Co. präsentieren möchte, muss seine Chronik überprüfen und alle Beiträge und Fotos löschen, die der Personaler besser nicht sehen sollte. Auch die persönlichen Informationen sollten dahingehend kontrolliert werden. Daten über Schulbesuch, Ausbildungsort, etc. müssen unbedingt mit denen in der herkömmlichen schriftlichen Bewerbung übereinstimmen.
Alternativ kann ein zweites Profil angelegt werden, um dieses ausschließlich für die Jobsuche zu nutzen. Ein Video oder eine Bilderserie kann in diesem Fall, die Fähigkeiten und Motivation auf kreative Weise darstellen. Zudem besteht die Möglichkeit, sich mit potentiellen Arbeitgebern zu vernetzen.
Video drehen
Wie wäre es mit einem kurzen Video? Hier kann der Bewerber seine Person, seinen Werdegang und seine Ziele sehr persönlich und kreativ präsentieren. So ist es zum Beispiel möglich , sich bei der Arbeit filmen zu lassen :
- Ein Schreiner könnte die Zeitrafferfunktion nutzen, um zu zeigen, wie er ein Möbelstück anfertigt.
- Ein Malermeister könnte im Video verschiedene Techniken vorführen, die er beherrscht.
- Ein Bäcker oder Konditor könnte sich filmen, wie er Brötchen, Brot, Gebäck oder Kuchen herstellt.
Wichtig ist, dass das Video nicht zu lange wird, weil der Entscheider sicherlich keine Zeit hat, 30 Minuten lang die Fähigkeiten eines einzigen Bewerbers anzusehen. Zudem ist die Länge wichtig, um das Video unkompliziert verschicken zu können. Inzwischen wird es immer üblicher, die Bewerbung ausschließlich in digitaler Form zu versenden, weil dies umweltschonend und zeitgemäß ist und außerdem schneller funktioniert. Besitzt die Datei ein großes Volumen kann sie komprimiert oder eine sogenannte Dropbox, ein Cloudspeicherdienst, genutzt werden.
Eine kreative, außergewöhnliche Bewerbung ist eine gute Möglichkeit, um in positiver Weise aufzufallen und aus der Menge an Bewerbern herauszustechen. Allerdings sollte die Gestaltung zum Unternehmen und der Stelle passen, für die man sich bewirbt. Bei einem konservativen Betrieb kommt eine Video-Bewerbung vielleicht nicht so besonders gut an. Stattdessen eignen sich Arbeitsproben besser, um zu zeigen, dass man das Handwerk richtig beherrscht.